16. August 2012

Proteste bei der Ankunft der "MS Deutschland": Ausflaggung ist Lohndumping!

Die "MS Deutschland". Foto: Buonasera (Creative Commons, Wikimedia Deutschland)

Die "MS Deutschland". Foto: Buonasera (Creative Commons, Wikimedia Deutschland)

Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft hat die Ankunft der Olympioniken auf der "MS Deutschland" zum Anlass genommen, um erneut gegen das wachsende Problem der Ausflaggung zu protestieren. Unter der Überschrift „Ausflaggung ist Lohndumping“ wurden zahlreiche Olympia-Fans auf dem Weg zum Kreuzfahrtterminal auf die Auswirkungen dieser Praxis aufmerksam gemacht. 


Den Anliegern und Veranstaltern des 300.000-Euro-Events vor Ort war diese öffentliche Kritik offenbar unangenehm. Mit Hinweis auf das Hausrecht von Unilever und den Gewässerschutz wurde die Fraktion von Polizeikräften aufgefordert, den Bürgersteig vor dem Unilevergebäude zu verlassen. 

„Nicht zuletzt wegen des Protests der Besatzung und des Kapitäns ist die Ausflaggung der 'MS Deutschland" zwar vorerst auf Eis gelegt, aber das Problem bleibt“, sagt Norbert Hackbusch, hafenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. „Es ist schon absurd, dass die wissentlich verursachte Verschlechterung der Arbeits-, Sozial- und Tarifbedingungen von Seeleuten zu einer gängigen Praxis geworden ist. Legitimiert durch angeblich notwendige Kostensenkungen. Tatsächlich geht es den Unternehmern und Reedern aber darum, höhere Profite einzustreichen. Darin zeigt sich das ganze Elend der Globalisierung und des Neoliberalismus.“