10. Juni 2014

Argument des Monats - Olympia in Hamburg

Argument des Monats: Olympia in Hamburg

Argument des Monats: Olympia in Hamburg

Hamburg soll sich um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 bewerben. Dafür werben derzeit Senat, Handelskammer und Tourismusverband, die meisten Medien und alle Fraktionen in der Bürgerschaft - außer der Fraktion DIE LINKE –  intensiv. Sie versprechen einen großen Imagegewinn, neue Infrastruktur und wirtschaftliche Impulse für die Stadt.

Möglichst schon im nächsten Februar, parallel zur Bürgerschaftswahl, sollen die HamburgerInnen über eine Olympia-Bewerbung abstimmen. Ob der Senat und die anderen Bürgerschaftsfraktionen das Abstimmungsergebnis akzeptieren, falls die HamburgerInnen Nein sagen, ist noch unklar. Genauso unklar ist, ob eine Bewerbung so wie gewünscht überhaupt möglich ist. Denn Hamburg soll sich gemeinsam mit Berlin bewerben – das ist aber nach den derzeit gültigen Richtlinien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gar nicht möglich.

Falls sich Hamburg tatsächlich bewirbt, kommen allein dafür Kosten von 70 bis 100 Millionen Euro auf die Stadt zu. Die Kosten für die Spiele selbst, falls sie denn nach Hamburg gehen, werden mehrere Milliarden Euro betragen. Und wie bei allen Olympischen Spielen der letzten Jahrzehnte werden die tatsächlichen Kosten viel höher liegen als ursprünglich geplant. Weitere Folgen wären jahrelange Bauarbeiten, Mieterhöhungen und Verdrängung von AnwohnerInnen, Umweltschäden, ungenutzte Stadien und riesige Schulden – so war es auch bei den Olympischen Spielen in London, Peking, Athen und anderswo.
 
Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft unterstützt den ursprünglichen Gedanken von Olympia: friedliche Spiele, sportlicher Wettstreit, ein Treffen der Weltjugend. Doch die Olympischen Spiele, wie sie vom IOC betrieben und vermarktet werden, lehnt die Fraktion ab. Alle Spiele der letzten Jahrzehnte zeigen: Es ist völlig egal, was die ausrichtenden Städte zu Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Sozialverträglichkeit usw. versprechen. Die Regeln diktiert allein das IOC. Die Städte müssen Straßen, Sportstätten, Sicherheit und vieles andere bereitstellen und bezahlen. Den Profit ziehen aber allein das IOC und die mit ihm zusammenarbeitenden Großkonzerne ein. Die Städte bleiben auf dem riesigen Schuldenberg sitzen und auf spezialisierten Sporthallen und -plätzen, die niemand verwenden kann. Für Breitensport, Öffentlichen Verkehr nach den Bedürfnissen der Menschen oder günstigen Wohnraum gibt es dann noch weniger Geld als jetzt schon.

Die Versprechungen des Senats, der Handelskammer und der anderen BefürworterInnen sind nichts wert: Die Regeln für Olympische Spiele macht nicht Hamburg, sondern das IOC. Und den Gewinn macht dabei auch nicht Hamburg, sondern das IOC.  
 
16 Tage Olympia feiern, 16 Jahre dafür zahlen? Nicht mit uns!