7. August 2014

Seilbahn über St.Pauli

Argument des Monats: Seilbahn über St. Pauli

Argument des Monats: Seilbahn über St. Pauli

Die privaten Investoren Stage Entertainment und Doppelmayr wollen eine Seilbahn über die Elbe bauen. Eine Station soll am U-Bahnhof St. Pauli liegen, die andere hinter dem „König der Löwen“-Bau im Hafen. Der Bezirk Mitte und die meisten Fraktionen in der Bezirksversammlung, darunter auch DIE LINKE, lehnen dieses Projekt ab. Nun müssen am 24. August die Bürgerinnen und Bürger in Mitte darüber abstimmen, ob der Bezirk die Genehmigung zum Bau der Seilbahn doch geben oder weiter verweigern soll. Die Befürworter sehen in der Seilbahn ein notwendiges, innovatives und umweltfreundliches Transportmittel, das „Hamburg in die Metropolen der Welt einreiht“ und deren Bau und Betrieb die SteuerzahlerInnen nichts kosten soll. Sie haben außerdem angekündigt, dass die Betreiber dem Bezirk Mitte zehn Jahre lang jeweils eine Million Euro schenken wollen – allerdings als steuerbegünstigte Spende und nur, wenn jährlich zwei Millionen einfache Fahrten zustande kommen, umgerechnet 5500 Fahrten täglich.

Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft lehnt die Seilbahn ab, ebenso DIE LINKE in der Bezirksversammlung Mitte. Sie fordern dazu auf, beim Bürgerentscheid am 24. August mit NEIN zu stimmen. Denn St. Pauli braucht soziale Stadtentwicklung, keine weitere Eventisierung und keine neuen unkalkulierbaren Großprojekte. Eine Seilbahn über die Elbe bringt nur Verschlechterungen für die betroffenen Stadtteile und nichts für die HamburgerInnen. So würde die geplante nördliche Station an der U-Bahn-Haltestelle St. Pauli Planten un Blomen beeinträchtigen und den alten Elbpark zerstören. Auch der hier zu erwartende Anstieg der Verkehrsbelastung spricht gegen die Seilbahn.

Die Seilbahn ist nicht zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs gedacht. Sie soll lediglich die zwei Musicaltheater auf Steinwerder anschließen, deshalb tritt auch das Musicalunternehmen Stage Entertainment als Betreiber und Investor auf. Bis zu 15 Euro soll die Hin- und Rückfahrt kosten. Ob eine vierköpfige Familie mal eben 60 Euro für eine kurze Fahrt hinlegen kann und will? Der HVV hat übrigens kein Problem, alle MusicalbesucherInnen mit Hafenfähren schnell und günstig nach Steinwerder zu bringen.  

Auch der versprochene Imagegewinn für Hamburg ist ein schlechter Witz. So mies ist das Ansehen unserer Stadt nicht, dass es allein mit einer Seilbahn verbessert werden müsste und könnte. Und wie schnell private Planungsträume dann doch mit Geldern der Stadt bezahlt werden müssen, sehen wir an der Elbphilharmonie. Wenn es richtig schlecht läuft, dürfen die BetreiberInnen also darauf hoffen, dass die Stadt sie nicht im Regen stehen lässt. Wer so agiert, hat kein Vertrauen der BürgerInnen verdient.

Deshalb: St. Pauli braucht keine Seilbahn! NEIN beim Bürgerentscheid!