28. Juni 2012

Endo-Klinik: Solidarität mit den Streikenden!

Kersten Artus besucht die Streikenden der Endo-Klinik

Artus zeigte sich empört über die Vorgänge in der Endo-Klinik und sicherte den Streikenden erneut die Unterstützung der LINKEN zu. 1.000 Beschäftigten - davon 100 in Hamburg - war im Rahmen einer Tarifauseinandersetzung mit der Gewerkschaft ver.di gekündigt worden - ein Skandal, wie Artus findet. "Kündigungen dürfen nicht als politisches Druckmittel eingesetzt werden. Wenn Menschen an der Ausübung ihres Streikrechts gehindert werden, müssen sich alle demokratischen Kräfte dagegen wenden - und protestieren."

Zumal die Endo-Klinik gute Geschäfte mache und vor wenigen Jahren mit über 38 Millionen Euro an Steuermitteln durch das Sonderinvestitionsprogramm ausgebaut worden sei. Artus forderte die Rücknahme der Kündigungen. "Wer so gut im Saft steht, sollte sich schämen, derart mies mit seinen Beschäftigten umzugehen. Wir erklären uns solidarisch mit den Streikenden und denen, die von Kündigung bedroht sind."

Die Endo-Klinik ist Teil einer riesigen Geldmaschine im privatisierten Gesundheitswesen. Sie gehört zur Damp-Gruppe, einer der zehn größten Krankenhausketten und wurde von Helios 2011 übernommen. Helios wiederum versorgt als Konzern jährlich mehr als zwei Millionen Patientinnen und Patienten, davon rund 700.000 stationär. Mit 65 Kliniken, davon 39 Akutkliniken und 29 Medizinischen Versorgungszentren ist Helios einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland. 2011 hat Helios einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden Euro gemacht. Damit konnte der Umsatz um144 Millionen gesteigert werden. Helios wiederum gehört zum Mutterkonzern Fresenius, der medizin-technische Produkte herstellt z. B. für die Dialyse.

Die Endo-Klinik hat in Hamburg und auch deutschlandweit eine privilegierte Stellung und erfüllt als Plankrankenhaus einen Versorgungsauftrag. Sie ist bundesweit das einzige Haus für eine spezielle Technik bei so genannte periprothetischen Gelenkinfektionen. 2011 wollte die Klinik aufgrund der Einzigartigkeit des Verfahrens, einzeitiger Wechsel, einen Zentrumszuschlag von den Krankenkassen. Für diese Operationen erhält die Endo-Klinik rund 12.000 Euro pro Operation - ein profitables Geschäft!