3. Mai 2010

NEUES aus der Anstalt (BANK) - HSH Nordbank setzt auf den "Aufschwung in der Luftfahrtbranche"

Die HSH Nordbank erwartet nach der Krise einen neuen Aufschwung für die Luftfahrtbranche. Das tagelange Flugverbot nach dem Vulkanausbruch in Island habe zu einer schweren Belastung für die Luftfahrtbranche geführt, ändere aber nichts an dem grundlegend positiven Trend. Im langfristigen Durchschnitt wachse der Luftverkehr jährlich um rund 5% und damit stärker als die weltweite Wirtschaftsleistung.

Die HSH Nordbank zählt weltweit zu den führenden Finanzierern von Flugzeugen. Ende 2009 umfasste das Luftfahrtportfolio der HSH ein Volumen von 6,6 Mrd. Euro Euro, das sich auf 750 Flugzeuge für Airlines und Leasinggesellschaften verteilte. 2008 habe die Bank sogar weltweit die meisten Flugzeuge finanziert.

Die Laufzeiten der Finanzierungen liegen aktuell wegen der verstärkten Absicherung bei etwa sieben Jahren und weniger, früher seien es zehn bis zwölf Jahre gewesen. Auch der Finanzierungsanteil durch die Bank sei von 80% auf derzeit maximal 70% zurückgefahren worden. Den Rest müssten die Airlines durch Eigenkapital oder andere Partner aufbringen.

Das Neugeschäft lag auch im schwierigen Jahr 2009 bei rund einer Milliarde Euro und soll im laufenden Jahr noch etwas höher ausfallen. Der Einbruch des Luftverkehrs im vergangenen Jahr habe einige Kunden in Schwierigkeiten gebracht. Zu größeren Kreditausfällen sei es aber bei der HSH Nordbank nicht gekommen. Wenn es wirklich nicht anders geht, habe die Bank ja das Flugzeug als Sicherheit. Das betreffe aber gegenwärtig weniger als zehn Flugzeuge.

Zum "nachhaltig" neuen Geschäftsmodell der Bank gehört also offenkundig auch der „Aufschwung in der Luftfahrtbranche“. Auf den "Aufschwung in der Schifffahrt" wird der weltgrößte Finanzierer ja noch etwas warten müssen. Aber auch hier ist der Trend sicher.

Regionale Mittelständler bzw. Unternehmen, die eine starke und solide Bank als Partner zur Überwindung der mittlerweile in allen Branchen und Bereichen angekommenen Krise benötigen, sind dagegen kein "bevorzugtes Geschäftsfeld" der Landesbank. Die vielgepriesene neue Bodenständigkeit und Bereitschaft, sich endlich um die Unterstützung der regionalen Wirtschaft zu kümmern, ist Geschwätz von gestern. Man dreht lieber wieder am internationalen Rad.

Nein, das angebliche „Kerngeschäft“ interessiert die Bank weniger. Denn beim „alten“ und von der Bank sicherlich schmerzhaft vermissten Schiffsfinanzierungsmodell fällt mit viel weniger Einsatz viel mehr für die Bank ab:
- Die Bank geht in Vorleistung für den gesamten Gestehungspreis.
- Den absolut erstrangigen Teil finanziert man gerne durch Kreditbereitstellung, hier besteht ja auch "kein nennenswertes Risiko".
- Für den risikobehafteten nachrangigen Teil kreiert man ein schickes Fondsmodell, optimiert sein Provisionsaufkommen durch Verkauf der Fondsanteile an eigene und fremde Kunden und minimiert so nebenbei sein nachnachrangiges Risiko, was in dem Finanzierungsmodell nahezu gegen Null geht.
Der Steuerzahler hat für derlei Operationen in der Schiff- wie der Luftfahrt eine wirtschaftliche Grundlage geschaffen, indem er 2008 und 2009 zusätzlich fünf Mrd. Euro für eine Bank bereit gestellt hat, die sich um die regionale Wirtschaft verdient machen will.