16. April 2014

Hapag-Lloyd-Fusion: „Vorsicht und Aufklärung wären nötig gewesen“

Medienberichten zufolge sollen heute die Verträge zur Fusion der Hapag-Lloyd mit der chilenischen Compania Sud Americana de Vapores (CSAV) unterzeichnet werden. Vorgesehen ist demnach, dass die Eigentümer der CSAV einen Kapitalanteil über etwa 34 Prozent an der neuen fusionierten Gesellschaft halten sollen. „Diese Eile erstaunt doch sehr“, erklärt dazu Norbert Hackbusch, finanz- und haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Denn viele Fragen sind noch nicht beantwortet: Wie soll die neue Kapitalstruktur aussehen? Wieviel Kapital muss Hamburg zusätzlich stemmen? Warum funktionierte keine Kooperation ohne kapitalmäßige Verflechtungen und Verpflichtungen? Wie wird Hamburg als Hauptsitz der neuen Gesellschaft garantiert? Und welche Synergien werden erwartet?“

Hackbusch hat zudem Informationen, dass die CSAV bestellte und fertiggestellte Schiffe nicht bezahlen und abnehmen kann. „Bei einer solchen Fusion sollte man sehr vorsichtig sein“, fordert der Haushaltspolitiker. „Die Hoffnung, allein mit mehr Größe mehr Erfolg zu haben, hat schon häufig getrogen. Insbesondere bei der gegenwärtigen Schifffahrtskrise mit einem großen Koffer an neuen Schiffen zu starten, macht uns skeptisch. Da hätte es im Vorfeld mehr Aufklärung geben müssen.“