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16. April 2014

Stadtteilschulen: „Gesundbeten hilft nicht, Herr Rabe!“

Schulsenator Rabe hat heute eine Bilanz des vierjährigen Bestehens der Stadtteilschulen in Hamburg gezogen. „Der Senator hat sich krampfhaft bemüht, mit Zahlen und Vergleichen zu 2010 einen Erfolg herbeizurechnen“, erklärt dazu Dora Heyenn, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Wo ihm das nicht gelungen ist, gab er der Opposition und den Medien die Schuld – zum Beispiel bei der hohen Zahl von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und den Hilferufen von Schulleitungen aus Stadtteilschulen.“

Tatsächlich gebe es wegen falscher politischer Entscheidungen des Senats an den Stadtteilschulen zahlreiche Probleme, erklärt die Schulpolitikerin: „Immer weniger Eltern schicken ihre Kinder auf Stadtteilschulen, es kommen dort kaum noch Kinder mit der Prognose Abitur an. Die Mehrheit der Jugendlichen, die die Stadtteilschulen nach Klasse 9 beziehungsweise 10 verlassen, bekommt keinen Ausbildungsplatz. Das ist wirklich kein Indiz für ,starke Stadtteilschulen mit starker Ausstattung‘, wie es der Senator behauptet.“

Auch dass Rabe stolz auf 311 Stellen für neue Angebote wie ganztägige Bildung und Betreuung, Inklusion und kostenlose Nachhilfe an Stadtteilschulen verweise, sei Schönfärberei: „Er vergisst da einfach zu erwähnen, dass ein Großteil der Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes kommt und dass diese Stellen bei weitem nicht den gewachsenen Bedarf auffangen“, kritisiert Dora Heyen. „Was der Senat in den letzten vier Jahren vorgelegt hat, ist ganz sicher keine Stärkung von Stadtteilschulen. Die wäre aber dringend nötig. Schönreden und Gesundbeten hilft nicht weiter.“