3. Februar 2014

Senat benachteiligt die Stadtteilschulen bei der Versorgung mit Fachlehrkräften

Von fachfremdem Lehrkräften erteilter Unterricht im Mathematik

Von fachfremdem Lehrkräften erteilter Unterricht in Mathematik nach Schulformen aufgeschlüsselt.

Kay Beiderwieden/Dora Heyenn


Immer wieder hat der SPD-Senat versprochen, er wolle die Stadtteilschulen zu einer „attraktiven Schulform ausbauen“ und zu einem „Erfolgsmodell“ machen (so im SPD-Regierungsprogramm von 2011 aus Seite 27). Wie dies in der Realität aussieht, zeigen die Antworten des Senats auf zwei Anfragen der Fraktion DIE LINKE (Drs. 20/9641 und 20/9979). Darin wollte sie wissen, wie viel Unterricht in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Chemie und Biologie von dazu ausgebildeten Fachlehrerinnen und –lehrern erteilt wird. Hintergrund war der IQB-Ländervergleich 2012 des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, der erschreckende Ergebnisse für Hamburg erbracht hatte. Im Einzelnen heißt es dort (IQB-Ländervergleich 2012. Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I – Zusammenfassung, S. 19):

„In den naturwissenschaftlichen Fächern ist in den ostdeutschen Flächenländern bei signifikant überdurchschnittlichem Kompetenzniveau zumeist eine vergleichsweise geringe Koppelung der Leistung an die soziale Herkunft zu beobachten, während in Hamburg und – unter Vorbehalt – in Bremen in diesen Fächern besonders ausgeprägte soziale Disparitäten auftreten.“
Die Frage ist, woher diese „besonders ausgeprägte sozialen Disparitäten“ in Hamburg kommen. Im IQB-Ländervergleich 2012 wird dazu ein Hinweis gegeben. Es heißt dort (IQB-Ländervergleich 2012 – Zusammenfassung, S. 28):

„Für die Lehrbefähigung ergeben sich in den Fächern Mathematik, Biologie und Physik auch nach Kontrolle von schüler- und lehrerseitigen Hintergrundmerkmalen systematische Zusammenhänge mit den Schülerkompetenzen. Dabei scheint das Fehlen eines Fachstudiums im unterrichteten Fach insbesondere für Lehrkräfte an nicht gymnasialen Schularten von Bedeutung zu sein.“

Das IQB geht also davon aus, dass Schülerinnen und Schüler, die von Fachlehrkräften unterrichtet wurden, bessere Schulleistungen erbringen. Dementsprechend hat die Fraktion DIE LINKE den Senat gefragt, wie hoch der Anteil des Unterrichts ist, der in Hamburg von Fachlehrkräften in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Biologie erteilt wird (siehe Drs. 20/9979).

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