Anhörung zur Ausbildungsplatzabgabe

Rund 30 Fachleute aus Gewerkschaft und Wirtschaft haben heute bei einer Anhörung der Fraktion DIE LINKE die Fehlentwicklungen und mögliche Alternativen erörtert.

Fraktionsvorsitzende und bildungspolitischen Sprecherin Dora Heyenn stellte eine massive Fluchtreaktion der Unternehmen vor der Verpflichtung fest, zu einer angemessenen qualifizierten Ausbildung der Jugendlichen beizutragen. Nur 40 % der Unternehmen in Hamburg sind ausbildungsfähig und von diesen gehen 16 % effektiv einen Ausbildungsvertrag ein. Selbst unter den Unternehmen gibt es eine Mehrheit, die für eine finanzielle Verpflichtung der Unternehmen eintritt, die sich der Ausbildungsverpflichtung entziehen. Alle gesellschaftlichen Verabredungen haben nichts gebracht; wir müssen endlich alle Unternehmen über eine Umlage zur Finanzierung von beruflicher Ausbildung heranziehen.  

Joachim Bischoff, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion, betonte, dass wir in Hamburg konkrete Initiativen zur Verbesserung der Situation der beruflichen Bildung brauchen. Weil die Unternehmen nicht mehr für ein umfassendes Angebot der beruflichen Ausbildung sorgen, müssen ergänzend Vollzeitangebote der öffentlichen Hand zur beruflichen Ausbildung mit entsprechenden Prüfungsabschlüssen angeboten werden. Die Fraktion DIE LINKE wird im Herbst einen konkretes Alternativprogramm vorlegen.

Unter den Teilnehmern: Dr. Stephanie Odenwald, Leiterin des Vorstandsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung im GEW Bundesvorstand, Klaus Bullan und Sigrid Strauß vom Landesvorstand der GEW Hamburg, Hasan Erkan, Unternehmer ohne Grenzen e.V. sowie Michi Dworak, Lufthansa-Technik.