25. März 2011

Arbeitskreis Hafen: Diskussion Entwurf Hafenentwicklungsplan 2015

In der nächsten Runde unseres Hafenkreises am Dienstag, den 5. April 2011 um 17 Uhr in die Fraktionsgeschäftsräume in der Buceriusstraße 2 wollen wir schwerpunktmäßig den vor wenigen Wochen veröffentlichten Entwurf des Hafenentwicklungsplans 2015 diskutieren, in dem die wesentlichen "strategischen Leitlinien der Hafenentwicklung" des Senats und seiner Hafenmanagementgesellschaft Hamburg Port Authority für die nächsten Jahre festgelegt sind. Erklärtes und vollmundiges Ziel des HEPs 2015 ist es, den Hamburger Hafen "als industrieverbundenen Universalhafen mit Containerschwerpunkt zu stärken und weiterzuentwickeln.

In einer ersten Stellungnahme hat der BUND bereits auf erhebliche inhaltliche und methodische Mängel des vorgelegten Hafenentwicklungsplans hingewiesen. So werde dieser "den Anforderungen an einer nachhaltigen Planung insbesondere zu den Fragen von Bedarf, Flächenversiegelung und sinnvoller Verkehrsentwicklung nicht gerecht." Darüber hinaus sei eine strategische Umweltprüfung (SUP) ebenso zu ergänzen wie die Auseinandersetzung mit dem Thema „Grenzen des Wachstums für den Hamburger Hafen“. "Statt [also] die Erfahrungen mit den überproportionalen Umschlagseinbrüchen im Hamburger Hafen während der Wirtschaftskrise für eine Konsolidierung und ein Wachstum mit „Augenmaß“ zu nutzen, setze man wieder nur einseitig auf Standortegoismen und scheinbar grenzenloses Wachstum. Damit aber verfehle der vorliegende Hamburger Hafenentwicklungsplan "die notwendigen Weichenstellungen für eine immer notwendiger werdende weitreichende Kooperation mit anderen Seehäfen und für eine umweltgerechte, nachhaltige Entwicklung", so jedenfalls der BUND.

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Aus der Zusammenfassung des Hafentwicklungsplans 2015:
Hamburgs neue Hafenstrategie spannt den Bogen von der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Hafens über die hafenstrategischen Handlungsfelder und Erfolgsfaktoren bis hin zu den darauf aufsetzenden Infrastruktur-und Organisationsaufgaben der HPA.Die Aufgaben sind vielfältig und die gerade überwundene Wirtschaftskrise machtdeutlich, dass Hafenerfolg nicht im Selbstlauf entsteht, sondern davon abhängt, ob alle beteiligten Akteure die richtigen hafenstrategischen Akzente setzen. Für Hamburg heißt dies vor allem, die wesentlichen Erfolgsfaktoren des Hafens zu bearbeiten. Das sind zum einen die Ausrichtung auf Wachstumsregionen, der weitere Ausbau des Logistischen Zentrums und die Steigerung der Hafenqualität durch Nachhaltigkeit, Sicherheit und Performance. Hinzu kommen eine gezielte Stärkung des Universalhafens z.B. durch Ansiedlung von Zukunftsindustrien oder eine weitsichtige Flächenentwicklung zur optimalen Nutzung dieser begrenzten Ressource. Die HPA legt bei ihren zukunftsorientierten Infrastrukturvorhaben den Schwerpunkt auf eine bedarfsgerechte Flächenvorsorge für Umschlag- und Logistikkapazitäten sowie auf die Ertüchtigung und Qualifizierung der Hafenverkehre durch Steuerungs-und Ausbaumaßnahmen. Als Mitakteur der Regional- und Stadtentwicklung setzt sie auf Kooperation, mit dem Ziel einer gemeinsamen Perspektive für Hafenwirtschaft, Wohnbevölkerung und Naturschutz. Hamburg ist im Jahre 2011 Green Capital. Der Hafen erarbeitet hierzu seinen Beitrag Green Port. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die allen Einsatz lohnt. Und: es ist eine Aufgabe auf Dauer. Denn nur nachhaltige Konzepte werden auch in den kommenden Jahrzehnten die ökonomischen Erfolge und die weltwirtschaftliche Bedeutung des Hafens sichern und die Lebensqualität der Metropolregion bereichern." (aus: Hafenentwicklungsplan 2015)