27. August 2014

Großer Andrang im Rathaus: Linksfraktion diskutiert über Chancen und Risiken einer Olympiabewerbung

Diskussionsveranstaltung zur möglichen Austragung der Olympischen Spiele. Bildquelle: Özgür Yildiz

Diskussionsveranstaltung zur möglichen Austragung der Olympischen Spiele Bildquelle: Özgür Yildiz

Unerwarteter Andrang: Am Dienstag kamen rund 100 Bürgerinnen und Bürger zusammen, um der Podiumsdiskussion „Olympische Spiele – Dabei sein ist alles“ zu lauschen. Als Diskutantinnen und Diskutanten waren neben Mehmet Yildiz (sportpolitischer Sprecher der Linksfraktion) Dr. Jürgen Mantell (Präsident des Hamburger Sportbundes), Thomas Metelmann (Deutsche Olympische Gesellschaft), Dr. Roger Repplinger (Sportpublizist) und Nicole Vrenegor (Initiative (N)Olympia Hamburg) geladen. In hitzigen und leidenschaftlichen Debatten, an denen sich zahlreiche BesucherInnen beteiligten, wurde deutlich: Die Olympiabewerbung spaltet Hamburg. Während Mantell und Metelmann die aus ihrer Sicht positiven Effekte einer Bewerbung hervorhoben, zeigten sich Yildiz, Vrengor und der Großteil der BesucherInnen skeptisch bis ablehnend. Einige Vereinsvorsitzende, die direkt in den Vereinen und damit im Breitensport aktiv sind, monierten empört, dass ihre Sportstätten in kritischen Zuständen seien. So fehle es nach Berichten an allem: Spielflächen seien unbespielbar, Umkleidekabinen und Toilettenkeramik unbenutzbar. Statt Millionen und Milliarden für ein kurzes Event zu verpulvern, bräuchten insbesondere kleine und mittlere Vereine mehr Förderung.

Mehmet Yildiz machte darauf aufmerksam, dass Olympische Spiele nicht der breiten Bevölkerung zugute kommen, nur IOC, Topsponsoren und wenige Branchen profitieren, während die Milliardenschulden den SteuerzahlerInnen überlassen wird. Nicole Vrenegor kritisierte die mangelnde Transparenz und die Mitwirkung der Hamburger Bevölkerung sowie die drohende Gentrifizierung. Dr. Roger Repplinger informierte über die veralteten und undemokratischen Strukturen der Olympischen Familie. Insbesondere das IOC hätte ein Interesse an gigantischen Spielen sowie große Konkurrenz zwischen den Bewerberstädten. Nennenswerte Reformen wären nicht zu erwarten, seit 30 Jahren würden diese bisher ohne Ergebnis angekündigt. Deshalb seien die Ankündigungen der SPD, CDU, FDP und Grüne zu mehr Nachhaltigkeit Selbstbetrug und Lippenbekenntnisse. Moderiert wurde die Diskussion von Heike Sudmann, Stadtentwicklungspolitikerin der LINKEN.

„Olympische Spiele – Dabei sein ist alles“ gilt als gelungene Auftaktveranstaltung der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Weitere Veranstaltungen werden folgen.