Arbeitsgruppen

(1)    Eigenständige Kinderrechte: Kindergrundsicherung

Obwohl das Grundgesetz verspricht, die Würde eines jeden Menschen zu schützen, gilt das für Kinder und Jugendliche augenscheinlich nicht: Ihre angebliche Unmündigkeit ist ein Relikt aus dem Feudalismus; jedes Kind und jeder Jugendliche muss seine grundrechtlich geschützte Eigenständigkeit in einer eigenständigen Grundsicherung realisieren können. Wir wollen über ein Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut für Hamburg beraten.

Input: N.N. (AGFW), Peter Meyer (verdi FG SKJ) und Kolja Fuchslocher (Mitarbeiter Fraktion DIE LINKE Bundestag) hier herunterladen


(2)    Eigenständige Kinderrechte: selbstbestimmte Partizipation

Die Spielwiesen von Kinderparlamenten und Schüler-Mitbestimmung verhindern eher eine wirkliche Partizipation, als sie sie ermöglichen. Kinder und Jugendliche müssen ihre eigenen Räume wirklich selbst gestalten können – dazu braucht es selbstverwaltete und angemessene Mittel, über die sie allein oder zusammen mit unterstützenden Erwachsenen frei verfügen können.

Input: Werner Brayer (Kinder- und Familienzentrum Schnelsen)  und Mehmet Yildiz (Abgeordneter der Bürgerschaft Fraktion DIE LINKE). Vortrag von Werner Brayer hier herunterladen

 

(3)    Für eine Bildung, die Spaß macht und eine Schule, die bildet

Bildung und soziale Selektion sind Widersprüche. Diese werden auch nicht durch die Ausdehnung der Selektionsschule auf den ganzen Tag aufgehoben, sondern nur durch die Abschaffung der Selektion. Schüler/innen müssen mit eigenen Rechten an der Gestaltung des Unterrichts beteiligt werden. Eine Schule für alle, die jeder und jedem Spaß macht, ist möglich.

Input: Holger Butt. (Lehrer an der Reformschule/Stadtteilschule Winterhude)

 

(4)    Für eine Kita, die für alle da ist, gegen eine Verschulung der Kindheit

Der Ausbau einer Tagesbetreuung, die hauptsächlich damit begründet wird, dass Frauen als Arbeitskräfte besser auf den Markt kommen, macht die Entwertung von Kindern besonders deutlich. Eine Kita hingegen, die ihre zeitliche und räumliche Gestaltung an den Fähigkeiten und Interessen der Kinder ausrichtet, ist möglich und unterstützt auch die Eltern und Erzieherinnen. Wir wollen qualitativ gut ausgestattete Ganztagsplätze für alle Kinder beitragsfrei, durch Steuern finanziert.

Input: Sabine Kümmerle (GF SOAL) hier herunterladen

 

(5)    Das Anti-Gewaltprogramm des Hamburger Senats: Gewalt gegen Kinder und Jugendliche?

Um von der Tatsache abzulenken, dass immer noch Jugendliche von Schule und Ausbildung ausgegrenzt werden, kriminalisiert das 10-Säulen-Programm des Hamburger Senats gegen Jugendgewalt eben diese Jugendlichen. Dieses Programm ist ein Beispiel für die derzeitige generalpräventive, kontroll- und sanktionsorientierte Jugendpolitik. Daher sollte es ersatzlos gestrichen und die Mittel dazu den jugendlichen Szenen und Cliquen zur eigenen Verfügung gestellt werden.

Input: Timm Kunstreich (AKS und Zeitschrift Widersprüche) hier herunterladen

 

(6)    Antifa, Occupy, Rote Flora und Schüler/Innenstreik: Jugend in Bewegung(en)

Zu allen Zeiten gab es soziale Bewegungen, in denen Kinder und Jugendliche eine besondere Rolle gespielt haben bzw. spielen. Antifa-Gruppen, Occupy, Rote Flora, aber auch die Jugendorganisationen der Gewerkschaften und Parteien können in der Schaffung von alternativen Freiräumen als Vorschein einer neuen Gesellschaft die alte Gesellschaft in Bewegung bringen.

Input: Leonie Meliones (SOLID Hamburg und Schulstreikbündnis), N.N. (DIDF Jugend), N.N. (SJD Die Falken), und N.N. (Bündnis gegen Rechts/angefragt)

 

(7)    Kinder und Jugendliche haben viele Geschlechter und Kulturen

Kinder und Jugendliche haben 100 Geschlechter und 1000 Kulturen – die hegemoniale Ordnung will ihnen weismachen, dass es nur zwei Geschlechter und eine einzige Kultur gibt. Die sozialen Orte der Kindheit und Jugend sind dagegen immer zugleich Experimentalräume für geschlechtliche und kulturelle Alternativen.

Input: Marion Panitzsch-Wiebe (Prof. HAW Hamburg)

 

(8)    Gegen Konsumterror – für eine Kultur des Genusses

Die größte Macht, die Kindern und Jugendlichen zugebilligt wird, ist ihre Macht als Konsumenten. Aber statt vielfältiger Sinnlichkeit und gemeinschaftlichen Genusses dominieren Konsumterror und Drogensucht. Auch hier geht es um die Schaffung eigensinniger und eigenständiger sozialer Räume, in denen ein „normaler“ Umgang mit Genussmitteln geübt werden kann.

Input: Bettina Paul (Uni Hamburg) und N.N. (SOLID Hamburg)

Schriftlicher Beitrag von Bettina Paul hier herunterladen